Acht Tage auf einem wilden Pferd

Acht Tage auf einem wilden Pferd

„Ready to rumble“ – Kristian Hynek und Alban Lakata sind bereit für das Unternehmen Cape Epic 2017. Am Sonntag beginnt in Meerendal die 14. Auflage des legendären Mountainbike-Etappenrennens durch die ungezähmte Wildnis des Südafrikas.

Das tschechisch-österreichische Ensemble vom Topeak-Ergon Racing Team fiebert dem ersten Saison-Highlight freudig entgegen, genauso wie das Backup-Team mit Erik Kleinhans und Jeremiah Bishop und die ganze Crew des Koblenzer Rennstalls. Aber mit wohl dosiertem Respekt vor dem, was sie am Kap auf den 691 Kilometern und 15.400 Höhenmetern erwartet.

Gewinnen ist für diese hochdekorierte Paarung natürlich immer das Ziel. Auch beim magischsten aller Mountainbike-Etappenrennen. Doch das Duo Lakata/Hynek weiß nur zu gut: Das Cape Epic ist ein wildes Pferd, untamed, ungezähmt, wie es die Organisatoren von Beginn an genannt haben. Hitze, Wind, Staub, Dornen und Steine sind äußerst unfreundliche Weggefährten, die einen schnell aus dem Sattel werfen können.

„Sicher, wir wollen gewinnen. Aber wir müssen realistisch sein. Die Konkurrenz ist extrem groß und deshalb wäre es auch schon ein Erfolg, wenn wir am Ende nur auf dem Podium stehen“, verrät Kristian und Alban hält sich erst mal ganz zurück. „Nein, ich will nicht wirklich ein Ziel formulieren, das brachte uns bis dato noch nie Glück.“

Das ist mit Rückblick auf 2016 nur zu gut zu verstehen, denn vor einem Jahr endeten nach vier Tagen alle Titelträume wegen Kristians Sturzverletzungen. „Es stehen acht knüppelharte Tage vor uns“, weiß Alban. Der Österreicher hat sich vom Andalucia Bike Race „ziemlich schnell erholt“, wie er sagt. „Ich denke, das war optimales Training und ich hoffe, dass der Knoten jetzt aufgeht. Fühlen tu’ ich mich jetzt jedenfalls um einiges besser.“

Dennoch wollen sie das Cape Epic eher verhalten angehen, um nicht schon zu Beginn zu überziehen. Das Rennen wird nicht in den ersten Tagen gewonnen. Der berüchtigte Groenland-Berg, ein rund 20 Kilometer langer Anstieg, stellt sich dieses Jahr auch erst am vorletzten Tag in den Weg. Auch bei Kristian ist vorsichtiger Optimismus zu spüren. „Ich fühle mich sehr gut vorbereitet und freue mich auf das Rennen“, sagt er. Die fünf Wochen seit dem Tankwa Trek seien alles in allem perfekt gelaufen, so der Tscheche.

Von uns aus kann’s jetzt also losgehen …

So läuft das Rennen

Die Etappen vom 19. bis 26. März 2017
Prolog Meerendal 26 km/750 hm
Etappe 1 Hermanus–Hermanus 101 km/2300 hm
Etappe 2 Hermanus–Elandskloof 102 km/2350 hm
Etappe 3 Elandskloof–Elandskloof 78 km/1650 hm
Etappe 4 Elandskloof–Oak Valley 112 km/2150 hm
Etappe 5 Oak Valley–Oak Valley 84 km/2100 hm
Etappe 6 Oak Valley–Oak Valley 103 km/2750 hm
Etappe 7 Oak Valley–Val de Vie/Paarl 85 km/1350 hm